P7 The Genesis of the Entity-Relationship Model – A conversation with Peter Chen

The Entity-Relationship Model is the most widely used and taught modeling language for data modeling. Peter Chen introduced the ER model in a 1976 paper titled “The Entity-Relationship Model—Toward a Unified View of Data”. His seminal work on the ER model is widely recognized as one of the foundational contributions to the field of Conceptual Modeling. In this episode I talk with Peter Chen talk about the genesis of the ER model in the 1970s. He provides insights into the historical background of the language development and about his intentions and expectations regarding the ER model. Moreover, we talk about parallels of ER language concepts to concepts discussed in the field of Ontology (a subfield of Philosophy), and about linkages of structures of the ER model to grammatical structures of natural languages. Our conversation ends with a brief retrospective view and encouraging advice by Peter Chen.

In dieser Folge spreche ich mit Peter Chen, der in den 1970er Jahren das “Entity-Relationship Model” entwickelt hat (ER-Modell, auch ERM, engl. “ER model”). Das ERM spezifiziert eine Modellierungssprache zur Datenmodellierung, die in vielen Anwendungen bis heute eingesetzt wird, eine weltweite Verbreitung gefunden hat, und in einführenden Lehrveranstaltungen der Wirtschaftsinformatik und der angewandten Informatik nach wie vor thematisiert wird. Das ERM gilt als der Standard für die Datenmodellierung und Peter Chens Beitrag aus dem Jahr 1976, in dem er das ERM einführt, wird weithin als einer derjenigen Beiträge gesehen, die das Forschungsfeld und Wissensgebiet der konzeptuellen Modellierung (“conceptual modeling”) begründen. In unserem Gespräch sprechen wir über die Entstehungshintergründe und seine Intentionen bei der Entwicklung des ERM. Wir thematisieren Bezüge des ERM zu Konzepten aus der Ontologie als Teilgebiet der Philosophie und zur Grammatik natürlicher Sprachen. Peter Chen gibt Einblicke in die Bedeutung der Gestaltung einer grafischen Notation und verweist auf die Bedeutung seiner Wurzeln für diese Gestaltungsaufgabe. Abschließend blickt er zurück und fasst seine Erfahrungen in einer sehr eindrücklichen Empfehlung für alle an Forschung und Wissenschaft Interessierten zusammen. Unser Gespräch fand anlässlich der 36th International Conference on Conceptual Modeling (ER 2017) in Valencia in einem kleinen Café an der Universitat Politecnica des Valencia (UPV) statt.

 

 

Erwähntes / Links to things mentioned

Ergänzendes / Interesting additional material

P6 Elektronische Rechenautomaten und ihre Programmierung – Ein historisches Tondokument

Elektronische Rechenautomaten sind auch Anfang der 1960er Jahre noch eine technische Sensation. Mitte der 1940er Jahre beginnt mit ihnen das Computerzeitalter. In einem Radiobeitrag in der Sendereihe “Die Vorlesung” des Hessischen Rundfunks erläutert Prof. Dr. Alwin Walther (TH Darmstadt) der interessierten Öffentlichkeit 1961 die Vorzüge dieser Rechenapparate. In seinem Vortrag geht er auf den Aufbau damaliger Elektronischer Rechenautomaten, ihre Komponenten, ihre Programmierung und auf viele Anwendungen ein.

Hans-Jürgen Knobloch hat die Ausstrahlung der Sendung 1961 als Student von Prof. Walther auf Tonband aufgenommen und für unser Gespräch zur Verfügung gestellt. Mit ihm spreche ich zu Beginn dieser Folge über seine Studienzeit an der TH Darmstadt Anfang der 1960er Jahre.

Anmerkung: Die Veröffentlichung des 1961 ausgestrahlten Radiobeitrags erfolgt nach Rücksprache mit dem Archiv des Hessischen Rundfunks und nach Freigabe durch die Familie von Herrn Prof. Dr. Alwin Walther.

 

 

Erwähntes

Errata zum Gespräch mit Dr.-Ing. Hans-Jürgen Knobloch

  • DERA (“Darmstädter elektronischer RechenAutomat”) und nicht, wie im Gespräch fälschlicherweise bezeichnet, “DARA” war der Eigenbau eines Rechenautomaten an der TH Darmstadt.
  • Das Vorexamen von Hr. Knobloch war im Jahr 1963 und selbstredend nicht im Jahr 1993.

Zitieren z.B. als: Strecker, S.: “Elektronische Rechenautomaten und ihre Programmierung – Ein historisches Tondokument”, in: Perspektiven | Wirtschaftsinformatik-Podcast, Folge 6 vom 03.05.2016. http://perspektivenpodcast.net/p6/ (CC-BY-SA 4.0).

P5 Eine kritische Stimme zu Digitalisierung und Digitaler Transformation – Gespräch mit Arno Rolf

Wie wichtig sind kritisches Nachdenken und Vorausdenken über gesellschaftliche und wirtschaftliche (Wechsel- und Folge-) Wirkungen des Einsatzes von Informationssystemen für Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker? Von elementarer und weitreichender Bedeutung sagt mein Gesprächspartner in dieser Folge, Prof. Dr. Arno Rolf. Er plädiert dafür, Wechselwirkungen und „Nebenfolgen“ von Informationstechnik für Systemnutzer, vor allem aber für Wirtschaft und Gesellschaft deutlicher in den Blick zu nehmen und bereits in der schulischen Auseinandersetzung mit (Wirtschafts-)Informatik, insbesondere aber dann im Studium dieser Fächer zu thematisieren. Wir sprechen in dieser Folge über seine Interpretation beobachtbarer Auswirkungen der „Digitalisierung“ und „digitalen Transformation“ auf Wirtschaft und Gesellschaft, und über die Schlussfolgerungen, die er aus seinen Beobachtungen zieht. Unsere Gesprächsthemen berühren Fragen nach der gesellschaftlichen Verantwortung derjenigen, die Wirtschaftsinformatik „betreiben“ (in der Praxis und an Hochschulen) und nach Fragen der Ethik der Wirtschaftsinformatik und Informatik.

Arno Rolf ist pensionierter Professor für Informatiksysteme in Organisationen und Gesellschaft im Fachbereich Informatik an der Universität Hamburg und dort Mitinitiator des Arbeitsbereichs „Angewandte und Sozialorientierte Informatik” sowie der betrieblichen Umweltinformatik in Deutschland. In seinem Arbeitsbereich wurde die Ökobilanzsoftware Umberto sowie die Kooperationssoftware CommSy entwickelt. Er wirft in unserem Gespräch einen kritischen Blick auf das, was derzeit unter „Digitalisierung“ und „Digitale Transformation“ diskutiert wird und fordert dazu auf, eine besondere Sensibilität für gesellschaftliche und wirtschaftliche Wechselwirkungen und „Nebenfolgen“ zu entwickeln – was seiner Auffassung nach gerade für Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker besonders bedeutsam ist. Wir sprechen dann über Möglichkeiten, eine solche Sensibilität selbst zu entwickeln, in dem man sich einen Zugang zu einschlägigen Diskursen verschafft. Am Ende unseres Gesprächs überlegen wir, welche Fächer in einem Studiengang der Wirtschaftsinformatik belegt werden könnten, um die Voraussetzungen zu schaffen, über das übliche Verfügungswissen hinaus interdisziplinäres Orientierungswissen zu erarbeiten. Im Zuge der rasant fortschreitenden digitalen Transformation wird neben Verfügungswissen über Technik interdisziplinäres Orientierungswissen immer wichtiger, so Arno Rolf. Gleichzeitig liegen hier nach seiner Auffassung Defizite in der Hochschullehre. Verfügungswissen und Orientierungswissen sind Begriffe, die der Philosoph Jürgen Mittelstraß betont und zu denen er bereits 1989 anmerkt: „Orientierungswissen ist ein regulatives Wissen, ein Wissen um Ziele und Maximen. […] Orientierungswissen ist das, von dem man sagt, daß es in dieser Welt zunehmend fehlt“ (u.a. Mittelstraß 1989). Arno Rolf bloggt unter http://www.mikropolis.org.

In dieser Folge im Perspektiven-Gespräch: avatar Stefan Strecker, avatar Arno Rolf

 

 

Erwähntes

Ergänzendes

  • Technikfolgenabschätzung
  • Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung
  • Krause, D., Rolf, A., Christ, M. & Simon, E. J. (2006). Wissen, wie alles zusammenhängt. Informatik Spektrum, 29, 263-273.
  • Rolf, A. (1998). Herausforderungen für die Wirtschaftsinformatik.. Informatik Spektrum, 21, 259-264.
  • Coy, W., Nake, F., Pflüger, J.-M., Rolf, A., Seetzen, J. (1992). Sichtweisen der Informatik. Vieweg. ISBN: 978-3-528-05263-8
  • Kubicek, H., Rolf, A. (1985). Mikropolis. Mit Computernetzen in die “Informationsgesellschaft”. Hamburg: VSA-Verlag.
  • Mittelstraß, J.: Glanz und Elend der Geisteswissenschaften, Oldenburg (Bi­blio­theks- und Informationssystem der Universität Olden­burg) 1989 (Oldenburger Universitätsreden 27), 35 Seiten.

Thematisch verwandte Folgen


Zitieren z.B. als: Strecker, S.: “Eine kritische Stimme zu Digitalisierung und Digitaler Transformation – Gespräch mit Arno Rolf”, in: Perspektiven | Wirtschaftsinformatik-Podcast, Folge 5 vom 22.11.2016. http://perspektivenpodcast.net/p5-arno-rolf/ (CC-BY-SA 4.0).

P4 Entstehung und Entwicklung der Ereignisgesteuerten Prozesskette – Gespräch mit Gerhard Keller und Markus Nüttgens

In dieser Folge spreche ich mit Dr. Gerhard Keller und Prof. Dr. Markus Nüttgens über die Entstehung und Entwicklung der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK) – einem Ansatz zur Geschäftsprozessmodellierung, der in den frühen 1990er Jahren in einer Kooperation des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes mit der SAP AG entwickelt wurde. In praktischen Anwendungen der Geschäftsprozessmodellierung hat die EPK eine weite Verbreitung gefunden. Gerhard Keller und Markus Nüttgens haben die Entwicklung der EPK von Beginn an begleitet und maßgeblich mitgeprägt. Wir sprechen über die Entstehungshintergründe und den Entwicklungsprozess des Modellierungsansatzes, über seine Anwendung für Referenzprozessmodelle im Umfeld des SAP-Produkts R/3, über Vorbilder und Erfahrungen bei der Anwendung des Ansatzes und über erfahrungsbewährte Empfehlungen für das praktische Modellieren von Geschäftsprozessen. Eine besondere Rolle spielen die Erfahrungen bei der Anwendung der EPK zur Erstellung der R/3-Referenzprozessmodelle bei der SAP AG. Auch auf die Gründe für die Einführung des seit langem diskutierten ODER-Konnektors kommen wir zu sprechen. Allerdings gehen wir nicht auf die Spezifika des Modellierungsansatzes ein; ein kurzer Blick in die unten genannten Referenzen hilft daher, um sich mit den Grundlagen des Modellierungsansatzes vertraut zu machen: Geschäftsprozessmodelle, die auf der Grundlage der EPK erstellt werden, sind grafisch notiert – Beispielmodelle lassen sich durch eine Onlinerecherche schnell finden.

In dieser Folge im Perspektiven-Gespräch:
avatar Gerhard Keller, avatar Markus Nüttgens, avatar Stefan Strecker

Thematisch verwandte Folgen

Erwähntes

Ergänzendes

  • Scheer, A.-W.: ARIS – Modellierungsmethoden, Metamodelle, Anwendungen. 4. Auflage, Springer, Berlin 2001.
  • Keller, G.; Teufel, T.: SAP R/3 prozeßorientiert anwenden : Iteratives Prozeß-Prototyping mit Ereignisgesteuerten Prozeßketten und Knowledge Maps (3 ed.). Bonn et al.: Addison-Wesley, 1999.
  • Curran, T. A.; Ladd, A.: SAP R/3 Business Blueprint : Understanding Enterprise Supply Chain Management (2 ed.). Upper Saddle River, NJ et al.: Prentice Hall, 2000.

Nachträgliches


Zitieren z.B. als: Strecker, S.: “Entstehung und Entwicklung der Ereignisgesteuerten Prozesskette – Gespräch mit Gerhard Keller und Markus Nüttgens”, in: Perspektiven | Wirtschaftsinformatik-Podcast, Folge 4 vom 30.09.2016. http://perspektivenpodcast.net/p4-epk/ (CC-BY-SA 4.0).